HET-CAM Test

Standardisierung des HET-CAM Tests (Hen´s Egg Test – Chorionallantoic Membrane) zur Validierung für neue biomedizinische Anwendungen

Ziel des Projektes

Es soll die Bedeutung der Angiogenese in neoplastischen als auch anderen angiogenen Erkrankungen untersucht werden. Hierfür muss ein Testsystem entwickelt werden, welches eine Quantifizierung der Angiogenese ermöglicht und letztendlich dazu in der Lage ist, die entsprechenden Tiermodelle zu ergänzen, so dass auf einen Großteil von Tierversuchen verzichtet werden kann.

Hintergrund des Projektes

Als Testorgan wird die direkt unter der Schale eines bebrüteten Hühnereis liegende Haut (Chorionallantois Membran), die Venen und Arterien, aber keine Nerven enthält, verwendet. Ein Großteil der Experimente kann vor dem Schluss des Neutralrohrs am 11. Bebrühtungstag durchgeführt werden, so dass für den Embryo von einer minimalen Belastung auszugehen ist. Der HET-CAM Test wird daher nicht als Tierversuch eingestuft. Die zu testende Substanz wird auf die Chorionallantois Membran aufgebracht und die Reaktion beobachtet (morphologische Veränderung der Gefäße, Einblutungen, Vasoaktivität, etc.). Durch Modifizierung des HET-CAM Tests können verschiedenste Materialien, die für medizinische Implantate oder Prothesen verwendet werden sollen, auf ihre Biokompatibilität untersucht werden. Auch für Fragestellungen im Bereich Zelltransplantationsversuche oder Tissue Engineering findet der HET-CAM Test in abgewandelter Form Verwendung (1). Die Chorionallantois Membran eignet sich auch zur pharmakologischen Prüfung der Vasoaktivität sowie thrombogener und thrombolytischer Wirkungen. Außerdem sind Untersuchungen zur Metabolisierung von Prüfsubstanzen möglich.

Mit Hilfe eines modifizierten HET-CAM Test wird derzeit die Tumorangiogenese untersucht. Die meisten Tumore induzieren die Bildung neuer Blutgefäße mittels Botenstoffe, so dass Gefäße in den Tumor einwandern und ihn mit Nährstoffen versorgen - ein Prozess, der als Angiogenese bezeichnet wird. Angiogenese ist ein sehr komplexer Prozess, der (noch) nicht bis ins Detail verstanden wird, aber er beinhaltet unter anderem die Auflösung der Basallamina, um den bestehenden Blutgefäßen das Einwandern von neuen Endothelzellen in den Tumor zu gewährleisten. Anti-angiogenetische Therapien, die Angiogenese und somit Tumorwachstum und- metastasierung verhindern könnten, werden derzeit als viel versprechende Ergänzung zur Chemotherapie in der Krebsbehandlung angesehen.

Stand der experimentellen Arbeiten

In Kooperation mit den besonderen Einrichtungen für biomedizinische Forschung der Medizinischen Universität Wien und der Firma Baxter AG untersucht das zet-LSL derzeit das Wachstumsverhalten von Tumorzellen auf der CAM. Des Weiteren werden verschiedene Materialien, die später zur Drainagelegung im menschlichen Auge bei Glaukombehandlung dienen sollen, auf ihre Biokompatibilität mit Hilfe des HET-CAM Tests untersucht.

Beginn der Studie

01.06.2006

Beteiligte Labore

Medizinische Universität Wien/ Allgemeines Krankenhaus - Besondere Einrichtungen biomedizinische Forschung; zet-LSL

Finanzierung

Pollux Stiftung

Quellen

(1) Eder C, Falkner E, Nehrer S, Losert UM, and Schoeffl H: Introducing the concept of the 3Rs into tissue engineering research. ALTEX. 23: 17-23, 2006.