Datenbank: Alternativen zu tierischen Seren in der Zellkultur

Ziel des Projektes

Das Angebot an serumfreien Zellkulturmedien ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Es bedarf jedoch - bedingt durch die selektive Einsetzbarkeit der Medien – eines gründlichen und zeitaufwendigen Rechercheaufwandes, um ein erprobtes Medium für eine bestimmte Zelllinie zu finden. Die durch das zet-LSL erstellte Datenbank reduziert den Aufwand auf ein Minimum und fasst die auf dem Markt befindlichen Systeme übersichtlich zusammen. Mit Hilfe umfangreicher Suchfunktionen können somit „Alternativen“ – Medien und Zelllinien – schnell gefunden werden.

Hintergrund des Projektes

Fötale Seren werden in Zellkulturen nahezu ubiquitär verwendet. Seren versorgen die Zellkultur mit allen für das Wachstum notwendigen Substanzen und können artübergreifend zur Kultivierung von Zellen verwendet werden. Es gibt jedoch hinsichtlich der Zusammensetzung und der Gewinnung von fötalen Seren starke Bedenken. Die chemische Zusammensetzung ist von tierischen Seren im Allgemeinen nicht genau definiert, unterliegt Schwankungen und kann z.B. durch Krankheitserreger oder Antikörper verunreinigt sein. Die Gewinnung erfolgt beim fötalen Kälberserum – ethisch höchst bedenklich - durch eine kardiale Interpunktion des Fötus bei vollem Bewusstsein.
Aus diesen Gründen ist es der Wissenschaft ein großes Bestreben Alternativen zu tierischen Seren zu finden. Inzwischen gibt es chemisch gut definierte Medien (Nährlösungen), die es erlauben eine Vielzahl von unterschiedlichen Zellen zu kultivieren. Dies ermöglicht es ohne ethische Einschränkungen aber unter genau definierten Bedingungen zu arbeiten.
Mit Hilfe unserer Datenbank möchten wir den NutzerInnen einen Überblick auf die aktuelle - von fötalem Serum freie - Produktpalette verschiedenster Hersteller verschaffen. Neben dieser rein deskriptiven Suche nach bestimmten Zelllinien und Serum - freien Medien, soll es weiters möglich sein an Serum - freie Umgebung adaptierte Zelllinien nach deren Herkunft (z.B. Organismus, Gewebe, Zelltyp, Krankheit) zu suchen. Der/die BenutzerIn erspart sich die aufwendige Recherche und kann die gewonnene Zeit effektiv investieren.
Beim heutigen Stand der Wissenschaft ist es jedoch nicht immer möglich, tierische Seren zu ersetzen. Aus diesem Grund werden auch tierische Seren in der Datenbank inkludiert, um dem/r BenutzerIn den Umstieg von dem bedenklichen fötalen Serum auf tierische Seren, die ethisch unbedenklich gewonnen werden, zu erleichtern.

Stand der experimentellen Arbeiten (abgeschlossen)

Dauer der Studie

Juli 2007 - September 2009

Beteiligte Labore

zet-LSL

Finanzierung

Pollux-Privatstiftung

Das Projekt finden Sie unter www.goodcellculture.org

 

  goodcellculture - The searchable online database for serum-free cell culture media